Iron Maiden - Killers (1981)



    Hierbei geht es um das zweite Iron Maiden-Album, erschienen im Jahre 1981.

    In meinen Augen handelt es sich hierbei um ein Album, das in der Maiden-Diskographie einen besonderen Stellenwert hat - aus mehreren Gründen. Zum Einen war dies die letzte Aufnahme mit Sänger Paul Di’Anno, bevor dieser aufgrund seines Drogen- und Alkohol-Konsums die Band verlassen musste und auf dem Nachfolge-Album von Bruce Dickinson ersetzt wurde, zum Anderen ist nun erstmal Legende Martin Birch für die Produktion verantwortlich, und zum ersten Mal hören wir das Gitarren-Dream-Team Dave Murray und Adrian Smith zusammen.

    Dieses Album unterscheidet sich völlig vom Debüt Iron Maiden und dem legendären Nachfolger The Number Of The Beast, meiner Meinung geht es zwischen diesen irgendwie immer ein wenig unter.

    Mal vorab, dies war mein allererstes Maiden-Album, und davon abgesehen (zumindest bin ich mir da relativ sicher) so ziemlich meine erste, selbstgekaufte CD. Lag wohl unter Anderem sicher auch am Cover, dass meine Wahl ausgerechnet auf diese fiel.

    Übrigens... wer sich die auf dem Cover verewigte Gegend im echten Leben mal anschauen möchte, der muss sich nach Etchingham Court an der Etchingham Park Road in Finchley North London N4 begeben, da hat der Zeichner des Ganzen, Derek Riggs, einstmals gewohnt.

    Um mal zur Musik selbst zu kommen: Um die Stimmung, die das Album vermittelt, zu beschreiben, muss man sich dunkle Gassen und Hinterhöfe in einer nächtlichen Großstadt Anfang der 80er vorstellen, auf derem regennassen Asphalt die halbkaputten Neonlichter zwielichtiger Kaschemmen reflektieren. Mit anderen Worten: Das Cover gibt die Stimmung recht treffend wieder.

    Die Hauptthemen des Albums sind Tod, Mord, Suizid - von daher könnte das Ganze schon fast als Konzept-Album durchgehen. Und glaubt mir, Paul Di’Anno war genau der richtige Sänger dafür. Bruce Dickinson hat zwar die Lieder aus der 90er-Blaze Bayley-Phase wesentlich besser als selbiger gesungen, aber die Lieder der ersten beiden Alben klingen nur mit Di’Anno so, wie sie sollen. Er kann genauso rauh, rotzig und aggressiv singen, wie er es an anderen Stellen melancholisch und gefühlvoll schafft, und das passt zu keinem anderen Maiden-Album so wie zu diesem.

    Punkige Hits des Debüts oder die Metal-Hymnen des Nachfolgers sucht man hier vergebens, einzig "Wrathchild" schafft es ab und an mal ins Live-Set, aber die Qualität dieses Albums sollte man nicht an den fehlenden Singalong-Songs festmachen, im Gegenteil.

    Die Songs hier einzeln zu besprechen, erspare ich mir, das liest sowieso kein Schwein. Erwähnenswert wäre vielleicht, dass das Album mit Track 1 (The Ides Of March) und Track 5 (Genghis Khan) gleich zwei Instrumentals enthält, die jedoch beide absolut genial sind (im Gegensatz zu Losfer Words (Big 'Orra) vom Powerslave-Album etwa, zumindest meiner Meinung nach) und seit dem Remaster-ReRelease von 1998 einen Track mehr (Twilight Zone) an Bord hat, der damals nur auf der US-Version des Albums veröffentlicht wurde.


    01. The Ides of March (Harris) – 1:45
    02. Wrathchild (Harris) – 2:54
    03. Murders in the Rue Morgue (Harris) – 4:19
    04. Another Life (Harris) – 3:22
    05. Genghis Khan (Harris) – 3:06
    06. Innocent Exile (Harris) – 3:53
    07. Killers (Di’Anno, Harris) – 5:01
    08. Prodigal Son (Harris) – 6:11
    09. Purgatory (Harris) – 3:21
    10. Twilight Zone (Harris, Murray) – 2:34
    11. Drifter (Harris) – 4:48

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