
Im Mai 2010 haben Pain of Salvation mit "Road Salt One" den ersten Teil der "Road Salt"-Alben veröffentlicht.
VÖ: (14. Mai 2010)
Label: Insideout (EMI)
Tracklist:
01. No Way 5:26
02. She Likes To Hide 2:57
03. Sisters 6:15
04. Of Dust 2:32
05. Tell Me You Don't Know 2:42
06. Sleeping Under The Stars 3:37
07. Darkness Of Mine 4:15
08. Linoleum 4:55
09. Curiosity 3:33
10. Where It Hurts 4:51
11. Road Salt 3:02
12. Innocence 7:13
Ohne große Einleitung beginnt mit "No Way" der erste Song des neuen Album. Pain of Salvation haben Genregrenzen bereits des Öfteren gern überschritten und so findet sich hier ein repetiver Blues-Song später sogar kurz mit Funk-Einflüssen als Opener. Auch um klare, fast schon dreiste Worte an das lyrische "Du" sind sie wie üblich nicht verlegen.
Das Album beginnt melancholisch-verzweifelter als noch das letzte, aber definitiv nicht schwach und mit einem starken Schlusspart.
6/10
Das Tempo wird mit "She likes to hide" weiter gedrosselt. Das Gefühl von "das hab ich doch schonmal gehört" drängt sich auf, aber ich kann es nicht klar definieren. Red Hot Chili Peppers? Prince? Trifft es alles nicht wirklich. Vertraut und doch völlig fremd.
Thematisch dreht sich in diesem kurzen (<3min) Lied wieder mit der letzten Zeile des Textes alles um, der Fokus wandert von einer den Problemen der besungenen Frau zu den Problemen des "ich".
Gleichwertig mit dem Opener, leider darunter, dass es keine Zeit hat sich zu entfalten.
6/10
Erneuter Genrewechsel. "Sisters" beginnt mit einer filigranen Klaviermelodie, zu der sich zunächst nur der Gesang hinzugesellt. Erst nach dem ersten Refrain wie minimal auf Schlagzeugeinsatz und später auf auch Choräle zurückgegriffen. Das Lied könnte musikalisch einem alten Disney-Film entliehen sein, aus dem traurigen Moment, wo es scheint, dass die Hauptfigur alles verloren hat, jedoch kurz vor der alles ändernden Erkenntnis steht. Betrachtet man die Lyrics verflüchtigt sich dieser Eindruck jedoch wie so oft bei Pain of Salvation bald wieder. Nicht zuletzt stark ansteigende Dramatik macht das Lied zum ersten highlight der CD.
9/10
Und die Band denkt garnicht daran, ein Uptempo-Stück einzustreuen, im Gegenteil, "Of Dust" tritt noch einmal kräftig aufs Bremspedal. Auch dieses Lied ist mit 2:30min extrem kurz. Es kann interpretiert werden als eines der Möglichen Ausgänge aus dem vorherigen Liedes.
Auch hier fehlt die Zeit für eine Mögliche Entfaltung während des Liedes.
5/10
Der nächste Stilbruch, diesmal Richtung Country. "Tell me you don't know" ist ebenfalls mit 2:40 ein sehr kurzes Lied. Eher einer der Filler-Tracks, nicht viel Tiefgang, Pain of Salvation spielen ihre Stärken nicht aus.
4/10
Mit beschwingten Takten, die stellenweise auch noch an einen Rummel erinnern, wird der Hörer bei "Sleeping under the Stars" begrüßt. Leider bleibt das Lied insgesamt etwas farblos, und nach den vorherigen Stilbrüchen auch unpassend.
4/10
"Darkness of Mine" beginnt ebenfalls mit ruhigen, schmerzerfüllten Klängen, kombiniert mit harten Klängen im (kurzen) Refrain. Insgesamt besitzt dieses Lied eine klassische Songstruktur mit entsprechendem Spannungsbogen inklusive Höhepunkt, welcher bei eingen der vorherigen Titeln leider fehlte.
7/10
"Linoleum" war bereits von der vorab veröffentlichten EP bekannt. Dies erklärt auch die weitaus klassischeren Songstrukturen die sich hier wiederfinden. Verzerrte Gitarren bilden ein für die CD bislang ungewöhnlich hartes Sound-Bett, das sich durch schreiende Gesänge gegen Ende sogar noch steigert. Fazit: Damit, dass Pain of Salvation diesen Song ausgekoppelt haben, sind sie auf Nummer sicher gegangen.
8/10
"Curiosity" kommt mit gewöhnlicher Instrumentalisierung und Gesang daher, was gegenüber der teils extremen Lieder zuvor schon fast erfrischend normal ist. Das interessante an diesem Lied ist jedoch der Inhalt. Pain of Salvation singen über sexuelle Unterschiede bei Mann und Frau. Das kann ja was geben. Auch wenn es inhaltlich arg klischeebesetzt angegangen wird, zeichnen sich Pain of Salvation mal wieder durch Wortgewandheit und Witz aus.
8/10
Mit "Where it hurts" wird wieder auf die Bremse getreten. Mit verletzlicher, brechender Stimme wird das Lied eingeleitet, gewinnt jedoch im Laufe der Zeit immer mehr an Intensität und Kraft. Inhaltlich gewinnen wir keine herausragenden, neuen Erkenntnisse. Dieses Lied ist insgesamt durchschnittlich, aber nicht schwach.
6/10
Im fragile daherkommenden Titeltrack "Road Salt" reflektiert der Sänger über seinen Lernprozess. Seine Stimme steht stark im Vordergrund, er spielt nahezu alle seine Stärken aus. Es klingt als würde mit diesem Lied mit einer Menge Pathos bereits das Ende des Albums eingeleitet, gleichzeitig jedoch für mich einer der Höhepunkte.
9/10
"Innocence" hat starke Anleihen an den klassischen Prog-Rock der 70er Jahre. Gleichzeitig ist es der einzige >7min Track des Albums, verliert sich jedoch nie in sinnlosem Gefrickel.
6/10
Alles in Allem ein starkes Album, das Pain of Salvation hier abgeliefert haben. Doch wo Licht ist, ist, ist auch Schatten. Durch die vielen verschiedenen Stile und Einflüsse im Mittelteil wirkt das Album etwas zerfahren, nicht wie aus einem Guss. Als wollten Sie uns sagen "seht her, und das können wir auch". Diese Ziellosigkeit wird jedoch durch die starken Tracks drumherum mehr als ausgeglichen. Von meiner Seite aus eine klare Empfehlung für jeden, der etwas mit dieser etwas seichteren Art des Prog-Metals etwas anfangen kann. Man darf gespannt sein auf Road Salt Two.
Da die stärkeren Tracks minutentechnisch deutlich höher vertreten sind, ergibt sich die
Gesamtnote 7/10
Anspieltipps: Sisters, Darkness of Mine, Curiosity


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