Allegaeon - Fragments of Form and Function

    Allegaeon - Fragments of Form and Function

    "Melodic Death Metal You're Not Sick Of" - so titelte Metalsucks zum Debütalbum des Melo-Tech-Death-Quintetts aus Fort Collins in Colorado (zuvor gab es bereits eine selbstveröffentlichte EP). Und das trifft es ganz gut: Diesem doch inzwischen etwas ausgelutschten Genre haucht die Scheibe neues Leben ein. Das "Melodische" zehrt sich in der Veröffentlichung vor allem aus den zahlreich vorhandenen, teilweise zweistimmingen Gitarren-Leads, die harmonisch und vom Arrangement her interessant und stellenweise sogar ungewöhnlich sind. Der Gesang hingegen ist alles andere als melodisch - Klargesang sucht man auf dem Album vergeblich, statt dessen bewegt sich Shouter Ezra Haynes spielerisch zwischen Death Metal-Geknurre und Black Metal-Geröchel, und weiß dabei durchaus zu überzeugen.

    Die Songarrangements sind zwiespältig: Einige Höhepunkte des Albums sind durchaus unerwartete Songwendungen wie das halbakustische Ende von "Biomech - Vals No. 666" oder das Hauptsolo in "The Cleansing". Auf der anderen Seite folgen einige Songs doch eher gewohnten Schemata und ziehen sich so gefühlt etwas in die Länge. Dies liegt auch daran, dass das Riffing hinter den hervorragenden Leads zurückbleibt: Gerade in der zweiten Hälfte des Albums wird teilweise nur geshreddet um Boden für die Leads zu liefern, statt richtig nach vorne gehende Riffs zu liefern. Ähnliches lässt sich über das Schlagzeug sagen: Technisch einwandfrei liefert Drummer Jordan Belfast vor allem Blast Beats und Double Bass-Gewitter, richtig gute Einfälle gibt es aber nur an wenigen Stellen auf dem Album. Sowohl auf ihre Riffs als auch das Schlagzeug könnte die Band durchaus zukünftig etwas mehr Aufmerksamkeit lenken, zumal in einigen Songs wirklich gute Ideen verarbeitet wurden.

    Textlich dreht sich das Album vor allem um philosophisch-naturwissenschafliche Fragestellungen - so geht es in "The God Particle" offensichtlich um den Large Hadron Collider ("Accelerate the matter (...) Can electromagnetic collisions determine our creation?") oder in "Accelerated Evolution" eben um die Evolution des Menschen. Ein Weltuntergangsszenario gehört mit "The Cleansing"/"The Renewal" auch dazu.

    Lobend ist die Produktion zu erwähnen: Der Sound ist dicht und dabei zugleich transparent. Im Vordergrund stehen natürlich die Leadgitarren, aber die Rhythmusgitarren oder das Schlagzeug gehen dabei nicht unter. Lediglich der Bass könnte etwas mehr Aufmerksamkeit verdienen. Das Schlagzeug ist - Tech-Death-typisch - sehr wenig dynamisch und dadurch etwas steril.

    Fazit: Die Amerikaner legen mit ihrem bei Metal Blade erschienen Debüt einen starken Auftritt hin. Wenn es ihnen in Zukunft gelingt, das hohe Niveau einiger Tracks und Passagen über ein gesamtes Album zu halten (vor allem in Bezug auf Riffing und Drumming), dann kann man auf ihre weiteren Veröffentlichungen extrem gespannt sein.

    7/10 Punkten

    Weitere Reviews:
    Musikreviews.de (11/15 Punkten)
    Metalnews.de (3.5/7 Punkten)
    Metal.de (7/10 Punkten)
    Metalsucks.net (3/5 horns)

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